Die Systematik zur Idee

LÖSUNGSFINDUNG

Methoden zur systematischen Lösungsfindung
  • Definition der Aufgabe: In einem ersten Schritt ist eine Aufgabendefinition auf Basis einer Markt- und Kundenanalyse, eventuell einer Szenariotechnik und einem Pflichtenheft zu erstellen.
  • Problemdefinition: Die Aufgabe führt mit einer Wertanalyse oder einer einfachen Ursachenanalyse zur Definition des Problems.
  • Analyse des Problems: Anhand einer Abtraktionsmethode (Blackbox, Funktionsanalyse oder Parameteranalyse) kann das Problem in seine Bestandteile zerlegt werden.
  • Kreativität: Auf Basis der Analyse können Kreativitätstechniken angewandt werden. Beispielsweise kann Brainstorming, Brainwriting (635), Synectic, Lexikonmethode, Bionik, Delphimethode oder eine Abtraktion angewandt werden.
  • Entwicklung einer Lösung: Eine Lösung kann anhand einer Systemanalyse, eines Entscheidungsbaums, eines morphologischen Kastens oder einer Iterationsmethode gefunden werden.
  • Realisierung: Die Umsetzung erfolgt durch eine Konstruktionssystematik, eine Formelsammlung, Tabellenbücher oder Materialkataloge.

TECHNIKEN DER SYSTEMATISCHEN LÖSUNGSFINDUNG

Es werden die klassischen Kreativivtätstechniken vorgestellt

BRAINSTORMING

Durch Brainstorming kann im Team eine Ideensuche durchgeführt werden. Hierbei werden die unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven der Teammitglieder abgefragt. Auf Basis dieser Perspektiven können Ideen entwickelt werden bzw. "weitergesponnen" werden.

Hierbei werden ausgehend vom Know-How der einzelnen Teammitglieder neue Verwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte erfunden, Variationen und Modifikationen der eigenen Produkte gedacht. Außerdem ergeben sich Umkehrmechanismen vorhandener Wirkweisen.

Beim Brainstorming gelten folgende Regeln:

kein Bewerten der Ideen
Quantität vor Qualität
keine Kritik
das Team sollte maximal 15 Personen umfassen
jedes Teammitglied ist gleichberechtigt
jedes Teammitglied kann Ideen äußern
unkonventionelle Ideen sind willkommen

METHODE 635 UND BRAINWRITING

Das Brainwriting ist eine ähnliche Kreativitätstechnik wie das Brainstorming.

Beim Brainwriting wird eine dominante Idee fortentwickelt.

Die Vorgehensweise beim Brainwriting ist:

einem kleinen Team von 6 Personen wird ein Problem beschrieben, das es zu lösen gilt.
Innerhalb einer kurzen Frist von 5 Minuten soll jede Person mindestens 3 Lösungsvorschläge aufschreiben.
Diese Lösungsvorschläge werden weitergereicht und von der jeweils zweiten Person fortentwickelt.

Ein Nachteil dieser Kreativitätstechnik ist das Fehlen einer Gruppendynamik. Es wird daher dem 6 Personen ein gewisses Maß an Disziplin abverlangt.


DELPHI-METHODE

Bei der Delphi-Methode werden Experten befragt. Hierzu wird ein Fragebogen erarbeitet, der erste Fragen an die Experten richtet.

Die Ergebnisse werden in einer zweiten Fragerunde näher erörtert. Ein Koordinator stellt neue Fragen oder entwickelt auf Basis der Ergebnisse Detailfragen.

Die Fragerunden laufen anonym ab.

MIND-MAPPING

Beim Mind-Mapping wird eine Art "Gedankenlandkarte" entwickelt.

Ausgehend von einem zentralen Problem werden unterschiedliche Aspekte beleuchtet und Wechselwirkungen mit anderen Bereichen hergestellt.

Mindmapping eignet sich sehr gut zur visuellen Darstellung komplexer Zusammenhänge.


MORPHOLOGISCHE METHODE

Es gibt zwei morphologische Methoden, nämlich den morphologischen Kasten und die morphologische Matrix.

Beide Methoden starten mit einer genauen Definition des Problems und der Zergliederung des Problems in Einzelaufgaben.

In einem zweiten Schritt werden die einzelnen Teilaspekte variiert, wodurch sich eine Ideenvielfalt ergibt.

Die einzelnen Gesamtlösungen als Kombinationen werden geprüft und auf Tauglichkeit bewertet.

WERTANALYSE

Die Wertanalyse ist eine Methode, um ein möglichst günstiges Verhaltnis von erzielten Funktionen des Produkts zu hierfür erforderlichen Kosten zu erzielen.

Es werden daher sämtliche Funktionen mit ihren Kosten verglichen. Funktionen, die kaum einen positiven Effekt erzielen, die aber dennoch hohe Kosten erzeugen, werden beim Produkt weggelassen.

Funktionen mit einer geringen oder moderaten Kostenverursachung, die aber gute Ergebnisse bei dem Kundennutzen erzeugen, werden gefördert.

RENTABILITÄT

Die Wirtschaftlichkeit oder Rentabilität als Kriterium

Es kostet Geld, eine Idee realisieren zu wollen. Es ist auch teuer, eine Erfindung zum Patent anzumelden und diese schlussendlich zu patentieren. Eine Idee sollte daher zumindest versprechen, Gewinne zu erzielen.

Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass es eine erhebliche Vorlaufzeit gibt, bis die Idee realisiert wird. Die realisierte Erfindung muss daher sehr rentabel sein, um die Kosten "wieder reinzuholen".

Der Gewinn ergibt sich aus Umsatz abzüglich der Kosten. Die Kosten können noch relativ gut vorhergesagt werden. Es verhält sich deutlich schwieriger mit dem Umsatz, denn der hängt vom Käuferverhalten ab.

Der Umsatz ergibt sich als Stückzahl mal Einzelpreis des vertriebenen Produkts. Die Stückzahl hängt von der erreichten Käuferschicht ab. Letzten Endes wird die Stückzahl von den Eigenschaften des Produkts, also Produktqualität, Neuartigkeit, Produktfunktion und Lebensdauer, und den Marketingmassnahmen bestimmt.

Außerdem ist das Marktpotenzial bedeutsam.

Eine gern vernachlässigte Größe spielen Lohnentwicklung, Arbeitszeiten, Streiks und Rückholaktionen. Diese Größen stellen zusätzliche Kosten dar und führen zur Verringerung des Gewinns.

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